Ich weiß da einen Burgunder

Weißburgunder gehört zu den Top 3 meiner Lieblingsrebsorten, und neben den hochgradigen im Holz ausgebauten buttrigen Varianten mag ich auch besonders diejenigen Weißburgunder, die mit einer feinen fast seidigen fruchtigen Säure daherkommen. Häufig sind das Weißburgunder, die in warmen Jahrgängen auf eher kühleren Lagen gewachsen sind.

 

Das Weingut Schwedhelm im Zellertal an der Grenze zwischen Rheinhessen und der Pfalz hat aus dem warmen Jahr 2015 drei trockene Weißburgunder auf die Flasche gebracht, einen Orts- und zwei Lagenweine:

Weißburgunder Zellertal 13% Vol
Weißburgunder Zellertaler Karlspfad 13% Vol

Weißburgunder Zeller Klosterstück 12,5% Vol

Letzteren habe ich für fantastische 7,80 Euro bei Vicampo erworben (Wo gibt es denn so was: Einen Weißburgunder eines mit dem VDP verbandelten (VDP.Spitzentalente) Weinguts aus einer Einzellage mit weniger als 13% Vol für unter 8 Euro???)
Da der Wein auf der Weinkarte des Weinguts für Endverbraucher nicht auftaucht, gehe ich davon aus, dass es sich hier um eine Abfüllung für bestimmte Absatzkanäle (bei Rindchen, Rewe,…? gibt es ihn auch) handelt.

Das Zeller Klosterstück liegt in den höchsten Parzellen mit etwa 300 Metern über dem Meeresspiegel deutlich (fast 100 Meter) höher als die Zellertaler Lage Kreuzberg mit ihrer Parzelle Karlspfad. Das in der Höhe kühlere Klima führt gerade in warmen Jahren zu Weinen, die im Alkoholgehalt etwas geringer sind, eine präsentere Säure besitzen und sich aufgrund der längeren Reifezeit der Trauben mitunter auch extraktreicher und aromatischer präsentieren.

20170506_170708

Die inneren Werte des 2015er Weißburgunder Zeller Klosterstück: Neben 12,5% Vol eine Restsüße von 4,7 g/l und eine Säure bei 7 g/l. Ausbau in Holz und Edelstahl.

In der Nase Blüten, Litschi, gelbe Früchte und Honig. Am Gaumen feiner Schmelz und zugleich große Frische, die reife präsente feine fast seidige Säure springt einen förmlich an, alles von großer Klarheit, lebhaft, animierend und präzise. Im schönen Nachhall etwas süßlich (gerade nicht störend), ein Hauch Gerbstoff und Mineralität und wieder die feine Säure.
Einen schöneren Weißburgunder diesen Stils aus 2015 habe ich bislang nicht ins Glas bekommen.
Zu Spargel mit Butter und Schinken passt er übrigens nicht so gut, die deutliche fruchtige Säure will nicht richtig mit den Komponenten des Essens harmonieren. Deutlich besser benimmt er sich bei Fisch- und Fleischgerichten, gerne auch mit sahnigen Soßen.

VDP-Spitzentalente

2 Gedanken zu “Ich weiß da einen Burgunder

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